Wenn Eltern Veränderung fordern, sie selbst aber nicht leben
Bei Hipteens erleben wir es immer wieder: Eltern sorgen sich um das Gewicht ihres Teenagers, verlangen Veränderung, sprechen über Abnehmen, Ernährung und Bewegung – und sind selbst übergewichtig, gestresst oder gesundheitlich unachtsam. Michael ist ein typisches Beispiel. Er ist 43 Jahre alt, wiegt über 100 Kilogramm und lebt mit wenig Bewegung, täglichem Alkoholkonsum und hohem Stresslevel. Gleichzeitig hat er einen übergewichtigen Teenager und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass sein Kind in der Pubertät abnimmt. Was dabei entsteht, ist kein böser Wille – sondern ein Bruch in der Authentizität. Und genau dieser Bruch macht es für Teenager extrem schwer, nachhaltig abzunehmen.
Warum Authentizität beim Abnehmen in der Pubertät entscheidend ist
Teenager befinden sich in einer Lebensphase, in der sie sehr genau beobachten, vergleichen und hinterfragen. Sie spüren sofort, ob Worte und Verhalten zusammenpassen. Wenn ein Elternteil sagt: „Du musst gesünder leben, du musst abnehmen, du musst dich bewegen“ – aber selbst keinen Zugang zu Bewegung hat, ungesund isst oder Stress kompensiert, entsteht innerer Widerstand. Nicht aus Trotz. Sondern aus innerer Logik. Abnehmen in der Pubertät funktioniert nicht über Anweisungen. Es funktioniert über Orientierung. Und Orientierung entsteht nur dort, wo Erwachsene selbst vorleben, was sie verlangen.
Eltern als Vorbilder – nicht als Kontrolleure
Viele Eltern glauben, sie müssten ihre Kinder motivieren, kontrollieren oder antreiben. Doch gerade beim Thema Gewicht ist das der falsche Ansatz. Kinder und Jugendliche übernehmen nicht das, was Eltern sagen – sie übernehmen das, was sie täglich sehen.
Wenn Eltern:
- ihre eigene Gesundheit hinten anstellen
- Bewegung als lästige Pflicht empfinden
- Ernährung nur dann thematisieren, wenn es um das Kind geht
- selbst keinen Zugang zu Prävention haben
dann ist Abnehmen in der Pubertät für Teenager kaum glaubwürdig umsetzbar.
Warum fehlender Leidensdruck bei Eltern problematisch ist
Michael hat (noch) keine Beschwerden. Keinen Bluthochdruck, keinen Diabetes, keinen Herzinfarkt. Und genau deshalb sieht er keinen akuten Grund, selbst etwas zu verändern. Doch Gesundheit funktioniert nicht rückwirkend. Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress wirken leise – aber konstant. Viele Eltern unterschätzen, wie stark ihr eigener Lebensstil langfristig nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die ihres Kindes beeinflusst. Denn Familiengesundheit ist kein Einzelprojekt – sie ist ein System.
Abnehmen in der Pubertät ist immer ein Familienthema
Bei Hipteens sehen wir klar: Übergewicht bei Teenagern entsteht selten isoliert. Es entsteht im Zusammenspiel von Alltag, Routinen, emotionalem Klima und Vorbildern. Deshalb setzen wir bewusst nicht beim Kind an. Wir arbeiten mit Eltern, weil sie den Rahmen vorgeben:
Gesundheit in der Familie entsteht nicht durch Regeln oder Verbote, sondern durch das, wie Eltern über bestimmte Themen sprechen und wie sie sie im Alltag leben. Teenager orientieren sich weniger an Anweisungen als an Haltung. Diese fünf Bereiche sind dabei zentral:
| 1 – Selfcare: Wie Eltern mit sich selbst umgehen | |
| Wenn Eltern ständig über Erschöpfung klagen, ihre Bedürfnisse ignorieren oder Selbstfürsorge als Egoismus abtun, lernen Teenager: Ich bin mir selbst nicht wichtig. Sprechen Eltern hingegen offen darüber, warum Pausen, Schlaf und Zeit für sich notwendig sind, entsteht ein gesundes Selbstbild. Selfcare wird dann nicht als Luxus gesehen, sondern als Voraussetzung für Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. | |
| 2 – Stress: Wie Eltern Belastung einordnen und regulieren | |
| Stress gehört zum Leben – entscheidend ist, wie darüber gesprochen wird. Wird Stress dramatisiert, bagatellisiert oder mit Essen kompensiert, übernehmen Kinder diese Muster. Wenn Eltern Stress benennen, ohne ihn weiterzugeben, und zeigen, wie sie ihn regulieren (Bewegung, Pausen, klare Grenzen), lernen Teenager gesunde Strategien im Umgang mit Druck. | |
| 3 – Sport: Wie Bewegung sprachlich gerahmt wird | |
| Wird Sport als Pflicht, Kalorienverbrennung oder Mittel zum Abnehmen dargestellt, verliert er sofort an Attraktivität. Eltern, die Bewegung als Energiequelle, Ausgleich oder gemeinsames Erlebnis beschreiben, schaffen eine völlig andere Beziehung dazu. Dann geht es nicht um Leistung, sondern um das Gefühl danach – und genau das motiviert langfristig. | |
| 4 – Ernährung: Wie über Essen gesprochen wird | |
| Wenn Ernährung moralisiert wird („gut“, „schlecht“, „verboten“) oder ständig kontrolliert wird, entsteht Druck und Scham. Sprechen Eltern stattdessen über Essen als Versorgung, Energie und Genuss, lernen Teenager, auf ihren Körper zu hören. Ernährung wird dann kein Machtkampf, sondern ein selbstverständlicher Teil von Gesundheit. | |
| 5 – Bewegung im Alltag: Wie Normalität entsteht | |
| Nicht der perfekte Trainingsplan verändert Familien, sondern Bewegung als Normalität. Eltern, die kurze Wege gehen, Pausen aktiv nutzen oder Bewegung in den Alltag integrieren, senden eine klare Botschaft: Bewegung gehört zum Leben dazu. Teenager übernehmen diese Haltung automatisch – ohne Überzeugungsarbeit. |
Willst du genau das lernen und umsetzen, komm in unseren nächsten Workshop: Hier findest du mehr Details. Klicke hier
Gesundheit ist kein Opfer – sie ist eine Investition
Viele Eltern sagen: „Ich habe gerade keine Zeit für Sport.“ „Ich kümmere mich später um meine Gesundheit.“ Doch gerade Eltern übergewichtiger Teenager müssen verstehen:
Gesundheit ist kein Luxus. Sie ist eine Voraussetzung. Die häufigsten Erkrankungen im Erwachsenenalter – Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes Typ 2, Demenz – sind zu einem großen Teil präventiv beeinflussbar. Nicht durch Perfektion, sondern durch bewusste Entscheidungen im Alltag.
Was echte Verantwortung für die nächste Generation bedeutet
Für seine Kinder da zu sein bedeutet nicht nur, sie zu erziehen oder zu versorgen.
Es bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen. Erste Schritte können sein:
- Vorsorgetermine wahrnehmen
- Blutdruck und Blutwerte regelmäßig kontrollieren
- Bewegung wieder selbstverständlich in den Alltag integrieren
- Stress nicht dauerhaft zu ignorieren
- Gesundheit nicht immer zu verschieben
Nicht aus Angst. Sondern aus Verantwortung.
Fazit: Abnehmen in der Pubertät beginnt bei den Erwachsenen
Wenn du willst, dass dein Teenager in der Pubertät gesund abnimmt, braucht es kein weiteres Diätprogramm. Es braucht Klarheit, Authentizität und Vorbilder. Bei Hipteens unterstützen wir Eltern dabei, genau diese Rolle einzunehmen. Nicht mit Druck, nicht mit Schuld – sondern mit Wissen, Struktur und einer gesunden Vision für die ganze Familie. Abnehmen in der Pubertät gelingt dann, wenn Eltern bereit sind, nicht nur für ihre Kinder zu sterben – sondern für sie gesund zu leben.
Passend zum Thema „Abnehmen in der Pubertät“: Höre auch unseren Podcast dazu:
Du kannst den Podcast „Abnehmen für Kinder“ auch auf Apple Podcasts oder auf Google Podcasts hören.
WARNUNG: Was du über dein übergewichtiges Kind in der Pubertät wissen solltest
Hast du Schwierigkeiten, deinem Kind das Abnehmen zu lernen?
- Du weißt nicht, wie du dein Kind zu mehr Bewegung motivieren kannst?
- Dein Kind wird wegen seines Gewichts schon gemobbt?
- Dein Kind liebt es zu essen und hört nicht damit auf?
Dann komm in unsere kostenlose Online-Schulung!
Hier kannst du mehr darüber erfahren:
Ich freue mich schon, dich dort begrüßen zu dürfen!
Tschüüüs, deine Verena!
PS: Hier geht es zu unserem umfangreichen Ratgeber „Abnehmen für Kinder“, wo du noch viele zusätzliche nützliche Tipps für deine Familie auf den Weg bekommst.

